This piece called "Pumpen und Fahräder" was recently nominated for a contest organized by Goethe Institute in Belgrade, Serbia. It didn’t get the prize but if you have 3 minutes (and 6 seconds) to spare, and are willing to spend them listening to field recordings of pumps and bicycles recorded in Amsterdam, here it is:

Pumpen und Fahrraeder by Kultur & Stress

There’s a text to it (in German):

Aus Hauskellern, Baustellen, Straßenabläufen, Parks, erklingen die Pumpen, die notwendig sind, um die Stadt vom Absinken zu retten. Da wo erwartungsgemäß Terra Firma unter den Füßen zu finden wäre, sei es im eigenen Zuhause oder in der gezähmten Natur, wird man unentwegt daran erinnert, dass diese Stadt ins Torfmoor zurückkehren wird, worauf sie gebaut ist.

Tonquellen
In den tiefen Stimmlagen dröhnt das Zusammenspiel von Brackwasser und Dieselmotoren, ein unterirdischer Basso continuo. In den höheren Stimmlagen ein Fahrrad, das urige Fahrzeug im Flachen Land, dessen Mechanik ein Klangreichtum aufweist mit dem, des wohlgefedertsten Cembalo vergleichbar.

Klangbild
Die Feldaufnahme der Pumpen behält ihr räumliches Charakter. Das Fahrrad dagegen wird hier als Instrument verstanden und bespielt. Es verbleibt während der gesamten Dauer der Komposition akustisch in der Mitte des Klangraums.

Struktur
Das Stück ist in einem Satz, im barocken Sonatensatzform aufgebaut.

Die Exposition besteht aus dem einführenden Thema, Öffnung des Wasserventils und quietschende Bremse, gefolgt durch dem zweiten Thema, das Gurgeln der Wasser in den Röhren.

Die Durchführung wird durch einmal klingeln eingeleitet. Hier wird das Gurgeln des Wassers mit dem Staccato der Radspeichen kontrastiert.

Die Reprise wird von dreimal klingeln eingeleitet. Das Thema der Exposition wird hier wiederholt, wobei das quietschende Schaltwerk die quietschende Bremse ersetzt.

Im Coda klingt die Kette im Freilauf nach.

Fazit
Das Wesen der Stadt Amsterdam enthüllt: eine barocke Vanitas, die nur dank großen Anstrengung vom Untergang gerettet werden kann.

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